Über mich

Liebe Neuruppinerinnen, liebe Neuruppiner,

am 08. November 2020 wird in unserer schönen Fontanestadt Neuruppin ein neuer Bürgermeister gewählt. Ich kandidiere für dieses Amt, weil unsere Stadt neue personelle und inhaltliche Impulse braucht, um ihre gute Entwicklung fortzusetzen.

Ich lade Sie herzlich ein, sich mit mir und meinen Zielen auseinanderzusetzen. In den kommenden acht Jahren liegt viel vor uns – aber gemeinsam können wir unser Neuruppin voranbringen!

Ich bin 38 Jahre alt und lebe mit meiner Lebensgefährtin Kristin und unseren beiden Kindern Charlotte und Theodor im Stadtteil Bechlin. Wir sind vor 14 Jahren nach Neuruppin gezogen und glücklich, dass wir diesen Schritt getan haben. Ich kann mir mittlerweile nicht mehr vorstellen, an einem anderen Ort zu leben. Neuruppin ist meine Heimatstadt geworden.

Aufgewachsen bin ich in der Bauhausstadt Dessau. Zur „Wende“ war ich erst sieben Jahre alt, viele Erinnerungen an die DDR-Zeit habe ich daher nicht mehr. In der Nachwendezeit habe ich trotz aller gut gemeinten Vertuschungsversuche meiner Eltern gemerkt, was dieser gewaltige Umbruch und die damit einhergehende Massenarbeitslosigkeit für viele Menschen bedeutete. Was es bedeutete, wenn ihr bisheriges Arbeitsleben, ihre Qualifikationen und ihr Know-how plötzlich infrage gestellt wurden. Die Euphorie der Wendezeit war schnell verflogen. Existenzängste und ein Gefühl des Abgehängtseins begannen den Alltag zu dominieren. Viele Menschen verließen Ostdeutschland und suchten ihr Glück in anderen Teilen der Republik. Eine der stärksten Erinnerungen ist mir geblieben, dass plötzlich kein Handball-Training mehr in meiner Grundschule stattfand. Der Trainer hatte die Grenzöffnung genutzt und sich in den Westteil Deutschlands verabschiedet.

Ich habe immer gern Sport getrieben. Fußball, Basketball, Tischtennis, Schwimmen – für viele Sportarten konnte ich eine große Begeisterung entwickeln. Im Jahr 1998 wurde ein neues Interesse in mir geweckt: die Politik. Die Bundestagswahlen warfen damals ihre Schatten voraus, und in meinem Freundeskreis nahmen politische Diskussionen zu. Ich war damals Teil des Schulkabaretts an meiner Schule, dem Gymnasium Philanthropinum in Dessau, und wir spielten politische Sketche über die politischen Größen dieser Zeit. Bereits lange vor dem Wahlabend war spürbar, wie sehr die Menschen sich nach einem Wechsel sehnten. Ein fantastischer Bundestagswahlkampf der SPD beförderte Kanzler Helmut Kohl nach 16 Jahren im Amt in den Ruhestand. Etwas Neues hatte begonnen.

Mir genügte es nicht, über Veränderungen zu reden – ich wollte sie mitgestalten. In der SPD sah ich dafür die besten Möglichkeiten, da ihre Grundwerte meinem eigenen Welt- und Menschenbild entsprach: Freiheit durch Selbstbestimmung, soziale Gerechtigkeit und Solidarität mit den Schwächeren der Gesellschaft. Ich bin der SPD daher 1999 beigetreten.

Trotz meiner großen Leidenschaft für Sport und der Liebe zur deutschen Sprache entschied ich mich nach meinem Abitur im Jahr 2000 gegen eine berufliche Laufbahn als Sportjournalist und für ein Studium der Rechtspflege an der Fachhochschule für Verwaltung und Rechtspflege in Berlin. Nach meinem Abschluss im Dezember 2003 hat mir mein Dienstherr, das Land Brandenburg, eine Stelle am Amtsgericht Neuruppin zugewiesen. Im Rückblick konnte mir kaum etwas Besseres passieren, als eine Arbeitsstelle in der Fontanestadt antreten zu können.

Neben meiner regulären Arbeit als Rechtspfleger bin ich seit 10 Jahren in der örtlichen Personalvertretung des Amtsgerichts tätig, seit sechs Jahren auch als ihr Vorsitzender. Ich habe mich schon immer gern für die Menschen in meinem Lebensumfeld eingesetzt. Durch meine Arbeit in der Personalvertretung konnte ich mir profundes Wissen um Rechte und Pflichten der im öffentlichen Dienst Beschäftigten, aber auch Möglichkeiten und Grenzen von Verwaltungshandeln aneignen. Verwaltungsvorgänge so einfach und verständlich wie möglich zu halten und gleichzeitig für bestmögliche Arbeitsbedingungen zu sorgen, war immer schon mein Ziel.

Im Jahr 2006 zog ich mit meiner Lebensgefährtin Kristin in die Fontanestadt, zunächst in eine schöne Wohnung in der Friedrich-Engels-Straße mit einem großen, grünen Innenhof. Ein Paradies für unsere Katzen. Das zuweilen nervenaufreibende Pendeln mit der Regionalbahn hatte damit für mich ein Ende.

Nach dem Umzug wurde ich auch kommunalpolitisch aktiv in Neuruppin. Nach den Kommunalwahlen 2009 wurde ich als sachkundiger Einwohner für den städtischen Sozialausschuss benannt. Bereits bei der nächsten Kommunalwahl 2014 wurde ich als Stadtverordneter gewählt. Seit dieser Zeit bin ich auch Fraktionsvorsitzender der SPD-Stadtfraktion. Meine langjährigen Erfahrungen in der Kommunalpolitik sind es auch die mich wissen lassen, welch große Gestaltungsmacht das Amt des Bürgermeisters mit sich bringen kann, wenn man den Willen dazu hat.

Im Jahr 2009 sind wir in den Stadtteil Bechlin gezogen. Mir war immer wichtig mich dort einzubringen, wo ich lebe. Ich engagiere mich aus diesem Grund für den Erhalt unserer kleinen Bechliner Dorfkirche und bin vor sieben Jahren der Freiwilligen Feuerwehr in Bechlin beigetreten. Gerade meine Tätigkeit als aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr erfüllt mich immer wieder mit Stolz und dem Gefühl, das „Richtige“ zu tun.

Zwischen 2011 und 2013 war ich Landesvorsitzender der Jusos Brandenburg. Eine wahnsinnig spannende Zeit, in der ich viele tolle Menschen im ganzen Land kennenlernen konnte. Davon profitiere ich heute noch. Diese Erfahrungen und Kontakte möchte ich künftig auch als Bürgermeister zum Wohle der Stadt einbringen.

In unserem Kindergarten lese ich regelmäßig vor und helfe gern bei unserem jährlichen Sommerfest. Im vergangenen Jahr habe ich dafür gesorgt, dass wir erstmals an der Kita-Olympiade des Kreissportbundes teilgenommen haben. Obwohl wir die deutlich kleinste Kita im Teilnehmerfeld waren und anders als andere keinen regulären Zugang in eine Sporthalle hatten, haben wir uns achtbar geschlagen. Die Freude der Kinder, an einem solchen Wettstreit gemeinsam teilgenommen zu haben, hat alle Anstrengungen mehr als gerechtfertigt. Ich mache das alles gern, weil es sinnstiftend ist und letztlich einen höheren Zweck erfüllt: es stärkt das Miteinander.

Dieses Grundmotiv, die Überzeugung, dass Gemeinschaft unser höchsten Gut ist, will ich mitnehmen in meine Tätigkeit als Bürgermeister. Mehr als alle anderen muss ein Bürgermeister das Gemeinwohl im Blick haben. Er muss unterschiedliche Interessenlagen erkennen und ausgleichen können. Er muss erklären, warum manches eben auch nicht geht. Diese Kommunikation ist Grundlage für ein gutes Miteinander. Gerade in schwierigen Zeiten muss ein Bürgermeister präsent sein, zuhören, erklären.

Auf einen guten Bürgermeister muss Verlass sein. Es muss immer gelten: Sagen, was man tut, und tun, was man sagt. Für mich ist es eine Frage des Respekts vor den Wählern, offen über seine Ziele als Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin zu informieren.

Ich möchte Sie daher herzlich einladen, sich mein Wahlprogramm genauer anzusehen und mich daran zu messen. Haben Sie keine Scheu, mir zu schreiben, mich darauf anzusprechen oder mich zu einem Gespräch einzuladen. Gern stehe ich Ihnen Rede und Antwort!

Gemeinsam können wir Neuruppin voranbringen!

Herzliche Grüße,


Nico Ruhle